Massieren, "nadeln" und reifen: Die letzten Wochen vor der Geburt

August 28, 2018

"Du musst UNBEDINGT die Akupunktur machen, dann geht die Geburt schneller!"

"Machst du auch das Heublumensitzbad?"

"Der Himbeerblättertee ist zwar eklig, ABER hilft sicher für die Geburt!!!"

 

Hilfe! Was muss man als Schwangere in den letzten Wochen der Geburt noch alles machen?

 

Neben der Anmeldung zur Geburt, Hebammensprechstunde, Geburtsvorbereitung und Gyn-Kontrolle gibt es allerhand an verschiedenen Möglichkeiten sich "körperlich" auf die Geburt vorzubereiten. 

 

Kein Stress, vieles geschieht von ganz allein. Dein Körper hat dafür die passenden Hormone, die ihn in den letzten Wochen vor der Geburt reifen lassen.

*Für mich als Hebamme, schon die erste und eine wichtige Phase der Geburt, die manchmal nicht beachtet wird.

Reifen - verkürzen - auflockern

 

All das geschieht am Ende der Schwangerschaft mit dem Gewebe und Muskulatur der Gebärmutter. Besonders am Gebärmutterhals. 

Der Uterus (Latein für Gebärmutter) übt auch immer wieder mit Kontraktionen, den sogenannten Vorwehen/Senkwehen/Übungswehen. Für manch Schwangere sind diese ziemlich nervig und anstrengend. Dein Baby kommt mit Hilfe dieser Kontraktionen mit dem Köpfchen in Startposition. 

 

Heutzutage wissen wir, dass gewisse Maßnahmen den Reifungsprozess im Körper unterstützen bzw. positiv beeinflussen. 

 

Alles KANN nichts MUSS

 

Suche dir die Methode heraus, die für dich sinnvoll erscheint d.h. für die Schwangere mit Nadelphobie wäre die geburtsvorbereitende Akupunktur nicht die beste Methode ;)

Bitte auch nicht ALLES auf einmal machen!

 

Hier die gängigsten Methoden: 

 

- Geburtsvorbereitende Akupunktur ab der 36. SSW

unterstützt den Reifungsprozess des Gebärmutterhalses in den letzten Wochen und stärkt den Körper. Einmal die Woche wird -meist bei der Hebamme deines Vertrauens- genadelt. 

 

- Geburtsvorbereitenden TEE / Himbeerblättertee

fördert unter anderen die Durchblutung der Gebärmutter sowie des Gewebes. Hat eine positive Wirkung auf den Reifungsprozess. Der Tee wird -je nach Mischung- 2-3 Tassen am Tag getrunken. 

 

- Heublumensitzbad

Der aufsteigende Dampf der Heublume wirkt sich wohltuend und positiv auf die Muskulatur des Beckenbodens und der Gebärmutter aus. Kann ab der 36.SSW mehrmals die Woche angewendet werden. 

 

- Dammmassage

vor ab: Nicht für jede Frau die passende Vorbereitung. Durch die Massage des Dammes mit Dammmassageöl wird die Muskulatur und Haut auf den Durchtritt den kindlichen Köpfchens vorbereitet. Diese muss nicht täglich durchgeführt werden, gerne auch 3-4 mal die Woche. Die aktuelle Studienlage sieht keinen Vorteil, wenn öfter massiert wird. Durch die Massage, wird die Wahrscheinlichkeit einer Dammverletzung reduziert. Sollte doch etwas reißen, haben Frauen die massiert haben, weniger Schmerzen im Wochenbett bzw. brauchen weniger Schmerzmedikamente. Auch gut, oder? 

 

- Homöopathie + Schüsslersalze + Noreia-Essenzen

können auch bei der Geburtsvorbereitung zum Einsatz kommen. Bitte hier nicht pauschal irgendetwas nehmen, sondern vom Experten beraten lassen. 

Natürlich gibt es in den verschiedenen Kulturen noch viele weitere Möglichkeiten der Geburtsvorbereitung.

 

- Verzehr von Datteln

Das Essen von 3 großen Datteln am Tag wird zum Beispiel im Orient und in den arabischen Ländern gerne empfohlen. Dazu gibt es auch einige interessante Studien zur positiven Wirkung unter der Geburt. Datteln sind reich an guten Nährstoffen und eine natürlicher Energielieferant. Sie schmecken süß, haben wenig Fett und viel Kalium, Magnesium, Eisen und Phosphor. Gerade diese Mischung scheint dem Körper in den letzten Wochen gut zu tun. 

 

- Verzicht auf Industriezucker 

auch hier gibt es immer mehr Untersuchungen die Bestätigen, dass der Verzicht von "weissen" Zucker in den letzten Schwangerschaftswochen den Gebärmutterhals besser reifen lassen. Wenn viel Industriezucker im Körper der Schwangeren vorhanden ist, bindet sich das  Hormon Prostaglandin (bei der Reifung maßgeblich beteiligt)  nicht so gut am den Gebärmutterhals, sondern "schwimmt" frei im Blut. Weitere aufschlussreiche Daten werden wohl in den nächsten Jahren folgen. 

 

So nun seid ihr wieder mit einigen Info´s meinerseits "gefüttert"

 

Für diejenigen unter auch die sich einfach entspannt zurück lehnen wollen, bis dass Baby kommt: Auch gut :) 

 

 

 

liebe Grüße diesmal aus Bayern! 

eure Kerstin 

 

 

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