Zu früh im Leben - Informationen für Eltern von Frühgeborenen

April 23, 2019

 

Vielleicht schon angekündigt, oder völlig überraschend ist dein Kind zu früh geboren worden.

Bestimmt hast du dich schon gefragt, wie du den dein kleines Kind unterstützen kannst ?

 

Trotz allen medizinischen Maßnahmen kannst DU deinem Kind helfen und die Anpassungsphase nach der Geburt sowie die Entwicklung deines Kind positiv unterstützen.

 

Dein Hilfsmittel: die Muttermilch...

Den Frühgeborene brauchen schon vom ersten Tag jeden Tropfen von deiner Muttermilch!

 

Zu Anfang sind es kleine aber überaus wertvolle Mengen. Den das Kolostrum, also die Anfangsmilch ist entscheidend für seine Gesundheit.

Gerade der noch unreife Darm kann das Kolostrum gut verdauen und bekommt sogar eine einzigartigen Schutz gegen Krankheitserreger. Nur du kannst deinem Kind diese Geschenk mit auf den Weg geben!

 

 

 

Stillen - Ja oder Nein ? 

 

Möglicherweise hast du dir noch gar keine Gedanken zum Thema Stille gemacht. Du musst dich nicht gleich festlegen. 

In der Zwischenzeit kannst du deinem Kind helfen, wenn du die Muttermilch abpumpst, bis es die ersten kritischen Wochen überstanden hat. Dann kannst du dir immer noch überlegen, ob Stillen möglich ist und du es willst. Am besten holst du dir Hilfe durch eine Hebamme oder Stillberaterin. 

 

Muttermilch gewinnen: 

  • Das erste Ausstreichen oder Abpumpen von Muttermilch erfolgt am besten gleich in der Stunde nach der Geburt, spätestens in den ersten 5 Stunden. Durch eine Brustmassage kann das Kolostrum gewonnen werden und in einer kleinen Spritze aufbewahrt werden. Hier ein hilfreicher Link: Brustmassage & Milchgewinnung per Hand

  • Um die Milchproduktion gut in Gang zu bekommen ist es wichtig, mindestens 8-12 x in 24 Stunden zu pumpen, um nach ca. einer Woche - spätestens 14 Tagen - eine Milchmenge von mindestens 800 ml/24h zu erreichen. Optimal wäre 1000-1200 ml/24h. Diese Menge ist wichtig auf längere Sicht, auch wenn dein Kind anfangs nicht so große Mengen benötigt. 

  • Du musst nicht immer im gleichen zeitlichen Abstand pumpen. Gerade wenn du dein Kind auf der Station besucht, ist es nicht immer möglich nach exakt 3 Stunden zu pumpen. Wichtig ist die Frequenz für die Milchbildung und eine gute elektrische Doppelmilchpumpe. Die meisten Geräte haben ein Programm integriert, damit die Brust bzw. der Milchfluss optimal stimuliert wird. In den meisten Krankenhäusern gibt es diese Milchpumpen. Wichtig: Besorge dir frühzeitig so ein Gerät für Zuhause!!! 

  • Abpumpen 8-10 x täglich mit einer Nachtpause von 5 Stunden ist sinnvoll. (Pumpzeit 100 Minuten am Tag) 

  • Power-Pumping und Brustmassage sorgen für eine gute Milchproduktion. Eine kurze Brustmassage für dem Stillen oder Pumpen erhöht die Michproduktion und sorgt für eine guten Milchspendereflex. Nutze das!       Power-Pumping: In kurzen Pumpsequenzen wird die Brust gut stimuliert, d.h. 5 Minuten Pumpen - 5 Minuten Pause - 5 Minuten Pumpen - 5 Minuten Pause - wiederholen. Zusätzlich einmal am Tag in den ersten Wochen! 

 

Tipps für die Milchbildung: 

  • Wiederholung: Eine entspannende Brustmassage vor dem Pumpen erhöht die Milchmenge und den Milchfluss.

  • ein ruhiger und entspannter Ort zum pumpen ist wichtig. Nehm dir die Zeit!

  • du kannst auch in Gegenwart des Babys pumpen oder dir ein Bild von deinem Baby dazustellen.

  • Sorge für deine Unterstützung, ausreichend Flüssigkeit und regelmäßige Mahlzeiten.

  • Milchsteigernde Maßnahmen kann dir deine Hebamme oder Stillberaterin zeigen. Hier ein paar Info´s dazu: Unzureichende Milchbildung in der Stillzeit

 

Ein Frühgeborenes stillen: 

  • riechen, schlecken der Muttermilch ist der Anfang. Der Weg über das Känguruen bringt euch zusammen.

  • Sobald das Kind das Saugverhalten gut entwickelt hat (zw.32.-35. SSW) werden die ersten stressfreien Anlegeversuche gemacht. Alles braucht seine Zeit... 

  • Später wird das Kind vor und nach dem Trinken einmal gewogen, um festzustellen wie viel es an der Brust geschafft hat (nur anfangs auf der Station einmal sinnvoll -auch nicht regelmäßig - und zuhause auch nicht) 

  • Je mehr das Kind trinken darf, desto besser wird es funktionieren. In einem Alter von 36 SSW trinken viele Kinder schon teilweise an der Brust. Manche brauchen länger. 

  • alternative Fütterungsmethoden wie das Spritze, das Brusternährungsset oder der Fingerfeeder kommen zum Einsatz, um die Flasche zu vermeiden oder zu reduzieren. Trinken an der Brust wird an der Brust erlernt! 

  • Nach der Klinikentlassung ist eine Stillberatung durch eine Stillberaterin oder Hebamme absolut wichtig!

 

Ich hoffe ich konnte euch weiterhelfen .... 

 

eure Kerstin 

 

 

PS: der Blogbeitrag darf gern geteilt werden :) 

 

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